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Das Rinnsal Rhein Der Totenfluss ist eine Theaterperformance, welche sich mit dem Thema der Nibelungensage auseinandersetzt. Bühne und Zuschauerraum sind hierbei nicht voneinander getrennt. In einem scheinbar endlosen Gang trifft der Zuschauer auf drei Charaktere der Nibelungen: Kriemhild, Brunhild und Hagen.

 

Diese ziehen das Publikum mit sich, durch einen dantesken Höllenkreis, in dem sich Motive der Jagd mit denen von Rotlichtbildern vermischen. Zwischen toten Fellen, blinkendem Neonlicht, halb zersplitterten Geweihen und den schräg atmosphärischen Klängen der Jukebox zeigen sie ihr allzu menschliches Gesicht. Sie kreisen dabei nicht nur um sich selbst, sondern auch um Siegfried in ihrer eigenen Hölle aus Schuld, Sehnsuchts und Rachegefühlen.  Alle drei wollen ihn noch einmal erreichen, wollen abrechnen. Ihre Identitätskonstruktion ist bedingt durch eine unstillbare Heldensehnsucht. Doch Siegfried befindet sich nicht mit ihnen und den Zuschauern im Gang. Er sitze im Inneren des Kreises, den Kopf abgewandt. Nur durch ein Fenster können Zuschauer und Performer zu ihm hineinschauen. Doch er reagiert nicht mehr auf sie, überwuchert von Pflanzen hängt er von der Welt entrückt fest in dem Moment seines Todes.

 

Die Schicksale der Charaktere werden in Das Rinnsal Rhein Der Totenfluss wieder lebendig in ihrem eigenen Schmutz und in der Gosse, die die Nibelungen sind. Dabei erzählen sie die Geschichte der Heldensehnsucht und spiegelt ein allzu verbreitetes Phänomen.

Jeder Einzelne braucht seinen Helden, um ihn zu lieben, zu hassen und zu töten – und dadurch seine eigene Identität zu konstruieren

 

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